Jahrestage mit Kaninchen: feiern, ohne sie zu erschrecken
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Dieser Artikel beruht auf der Literaturrecherche unserer Redaktion und wurde nicht einzeln tierärztlich geprüft. Die Quellen stehen am Ende des Artikels.
Hinweis: Dieser Artikel ist keine tierärztliche Behandlung. Er fasst öffentlich zugängliche Informationen von Tierschutzorganisationen und Fachseiten zusammen. Was ein Kaninchen verträgt und in welcher Menge, ist individuell — bei Vorerkrankungen oder Unwohlsein bitte die Tierarztpraxis fragen.

Welche Jahrestage feiern Kaninchenhalter?
Den Einzugstag und den Geburtstag. Alles Weitere bestimmt man selbst.
Tiere aus dem Tierschutz oder aus der Zoohandlung kommen oft ohne bekanntes Geburtsdatum. In dem Fall nehmen viele schlicht den Tag des Einzugs oder legen anhand des geschätzten Alters ein Datum fest.
Es gibt auch einen internationalen Termin. Die US-Seite rabbit.org schreibt, der internationale Kaninchentag falle auf den letzten Samstag im September und sei 1998 von The Rabbit Charity in Großbritannien ins Leben gerufen worden. Als Formate nennt die Seite Informationsveranstaltungen und Vermittlungstage.
Das Kaninchen selbst weiß von alldem nichts. Der Nutzen des Datums liegt darin, dass man an diesem Tag genauer hinsieht als sonst.
Wie fotografiert man ein Kaninchen, ohne es zu erschrecken?
Selbst auf den Boden gehen. Das verändert mehr als jede Kameraeinstellung.
Die RSPCA formuliert es knapp: „Interact with your rabbit at ground level. This is less likely to scare them." — Kontakt auf Bodenhöhe erschreckt weniger. Ein Mensch, der sich von oben über das Tier beugt, hat dieselbe Silhouette wie ein Greifvogel.
Die RWAF beschreibt, wie man die Distanz verringert: zuerst das Tier von sich aus kommen lassen, Futter aus der Hand als Belohnung, und alles im Tempo des Kaninchens. Die Reihenfolge ist also nicht einfangen und dann fotografieren, sondern auf ihrer Höhe warten und fotografieren, was zu einem kommt.
Auch das Setzen in eine Box, damit das Tier für den Moment stillhält, ist keine gute Idee. Ein Kaninchen, das sich nicht rührt, ist nicht automatisch entspannt.
Darf ich mein Kaninchen für das Foto hochnehmen?
Besser nicht. Hochgehoben zu werden ist für ein Kaninchen der Moment, in dem es gefangen wird.
Die RWAF benennt den Grund: Kaninchen sind Beutetiere, die am und im Boden leben; in freier Wildbahn würden sie nur hochgehoben, kurz bevor sie zur Mahlzeit eines Fressfeindes werden — die Angst davor ist genetisch verankert.
Wenn es doch nötig ist, beschreibt die RWAF den Griff: eine Hand unter die Brust, ein paar Finger zwischen die Vorderläufe, die übrigen außen um ein Bein, der Daumen außen um das andere; mit der zweiten Hand das Hinterteil aufnehmen und das Tier so schnell wie möglich eng an den eigenen Körper bringen. Die RSPCA ergänzt, dass eine Hand Rücken und Hinterteil dauerhaft stützt und alle vier Läufe am Körper anliegen.
Zwei Dinge sind ausgeschlossen. Niemals an den Ohren hochheben — die RWAF: „There is no need for it, and no excuse." Und niemals auf den Rücken legen: Die vermeintliche Entspannung („trancing") ist laut RWAF ausgesprochen grausam, weil das Tier in Wahrheit Todesangst hat.
Für kein Foto der Welt lohnt sich das.
Sind Leckerbissen am Festtag in Ordnung?
In der richtigen Art und Menge. Meiden sollte man vor allem das Leckerli-Regal.
Die britische PDSA schreibt über gekaufte Kaninchenleckerlis, sie seien häufig stark gezuckert — „bad for their teeth, guts and waistline", also schlecht für Zähne, Darm und Gewicht. Wer etwas Besonderes geben möchte, solle frisches Gemüse, Pflanzen, Kräuter oder sehr wenig Obst wählen.
Die Menge ist konkret: etwa ein Achtel Apfel oder Birne. Apfelkerne sind giftig und kommen heraus. Banane, Melone, Kiwi, Pflaume und Erdbeere stehen in kleinen Mengen ebenfalls auf der Liste.
Darüber steht die Grundregel: Nach PDSA sollen rund 85 % der Ration Heu oder Gras sein. Ein Festtagsleckerbissen ist das, was ohne Verschiebung dieser 85 % hineinpasst. Zur Banane: „Dürfen Kaninchen Banane fressen? Menge und Häufigkeit", zur Heuauswahl: „Heu für Kaninchen auswählen: Schnitte, Gräser und Luzerne".

Worüber freut sich das Kaninchen wirklich?
Über mehr Platz. Das verändert die übrigen 364 Tage, ein Leckerli nicht.
Die TVT verlangt, dass Kaninchen jederzeit Mulden scharren können, pro Tier mindestens ein Versteck zur Verfügung haben und erhöhte Liegeflächen (etwa Häuschen mit Flachdach) vorfinden. Für das Außengehege nennt sie mindestens 6 m² für zwei Tiere und eine Höhe, bei der das Männchenmachen ohne Anstoßen der Ohren möglich ist.
Wenn zum Jahrestag also etwas angeschafft wird: eine Röhre, eine Buddelkiste oder ein zusätzliches Gehegeelement wirken länger als alles Essbare.
Am einfachsten ist Karton. Die RWAF beschreibt Kartons als Beschäftigung, mit Heu gefüllt, und als Rückzugsort, an dem sich das Tier sicher fühlt. Es gibt aber Bedingungen. Klebeband und Schnüre können, verschluckt, den Darm verschließen und gehören nicht in Reichweite. Klammern und andere Metallteile, besonders scharfkantige, dürfen nie verwendet werden (Perforationsgefahr). Klebstoff nur in kleinsten Mengen, ungiftig und wasserlöslich, Kunstharzkleber gar nicht. Frisst ein Kaninchen den Karton in größeren Mengen, statt ihn nur zu zerlegen, soll der Karton entfernt und tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Wer einen Paketkarton weiterverwendet, sollte vorher restlos jedes Klebeband und jede Klammer entfernen. Wem das zu mühsam ist, nimmt einen Karton zum Stecken, der ohne Befestigungsmaterial auskommt. Was grundsätzlich bereitstehen sollte, steht in „Checkliste vor dem Einzug: Ausstattung und Platzbedarf".
Woran sieht man ein Jahr Veränderung?
Am Gewicht und an einem Foto aus immer demselben Winkel. Diese beiden sind ehrlich.
Einmal pro Woche zur selben Tageszeit gewogen, ergeben die Zahlen eine Linie, in der jahreszeitliche und altersbedingte Veränderungen sichtbar werden. Der Jahrestag ist ein guter Anlass, diese Linie anzusehen — wie man wiegt, steht in „Kaninchen wiegen: wöchentlich messen, Veränderung lesen".
Beim Foto gilt: einmal im Jahr von derselben Stelle aus demselben Winkel. Fellfarbe, Ohrenhaltung und Körperform zeigen sich erst im direkten Vergleich.
Wie hält man die Erinnerung fest?
Dateien, die niemand öffnet, sind nicht wirklich aufgehoben. Etwas Greifbares überlebt eher.
Ein paar Abzüge ausdrucken, am Jahresende ein Fotobuch anlegen, die Notizen ins Heft übertragen. Dafür braucht es keine Ausrüstung. Es gibt auch Dienste, die aus einem Foto ein gezeichnetes Porträt anfertigen, teils auch von Tieren.
Zu prüfen ist dabei nur eines: ob die Methode dem Kaninchen etwas abverlangt. Alles, was langes Festhalten oder einen Ausflug an einen fremden Ort bedeutet, verfehlt den Sinn des Tages. Was aus vorhandenen Fotos entsteht, tut das nicht.

Je mehr notiert ist, desto mehr Jahrestage gibt es
Was war an diesem Tag im letzten Jahr? Wer das beantworten kann, hat statt einem Datum mehrere.
Der erste Tag, an dem sie von selbst Heu fraßen. Das erste Mal ausgestreckt geschlafen. Der Tag, an dem das Gewicht zurückkam. Mit Aufzeichnungen lassen sich solche Wendepunkte im Nachhinein finden.
Mit der usagi Diary App sind Futter, Kot und Gewicht in etwa 30 Sekunden notiert. Die täglichen Einträge dienen der Gesundheit — nach einem Jahr sind sie zugleich ein Register der Erinnerungen.
Was ein Kaninchen verträgt und in welcher Menge, ist individuell. Bei Vorerkrankungen oder Unwohlsein bitte die Tierarztpraxis fragen.
Notiert wird in der usagi Diary App
Das Protokoll zeigst du in der Praxis, wenn sich etwas ändert. Für iPhone und Android.
Häufige Fragen
Welche Jahrestage feiern Kaninchenhalter?
Den Einzugstag und den Geburtstag. Bei Tieren aus dem Tierschutz ohne bekanntes Geburtsdatum nehmen viele den Einzugstag. rabbit.org nennt als internationalen Kaninchentag den letzten Samstag im September.
Wie fotografiert man ein Kaninchen, ohne es zu erschrecken?
Auf Bodenhöhe gehen. Die RSPCA schreibt, Kontakt auf Bodenhöhe erschrecke weniger, und die RWAF rät, das Tier von sich aus kommen zu lassen, statt danach zu greifen.
Darf ich mein Kaninchen für das Foto hochnehmen?
Besser nicht. Die RWAF schreibt, die Angst vor dem Hochgehobenwerden sei genetisch verankert. Wenn es sein muss: Brust und Hinterteil stützen und das Tier eng an den Körper nehmen. Niemals an den Ohren.
Sind Leckerbissen am Festtag in Ordnung?
In der richtigen Art und Menge. Die PDSA nennt Handelsleckerlis oft zu zuckerhaltig — schlecht für Zähne, Darm und Gewicht — und empfiehlt Gemüse, Kräuter oder sehr wenig Obst, etwa ein Achtel Apfel.
Worüber freut sich das Kaninchen wirklich?
Über mehr Platz. Die TVT verlangt eine Möglichkeit zum Scharren, pro Tier ein Versteck und erhöhte Liegeflächen. Bewegungsfreiheit verändert den Alltag stärker als jedes Leckerli.
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Quellen
- How to Handle Pet Rabbits Safely and Calmly [Kaninchen sicher und ruhig handhaben] / Rabbit Welfare Association & Fund (RWAF, Großbritannien) (abgerufen am 2026-09-30) Link
- Handling Rabbits - How To Pick Up a Rabbit [Kaninchen hochnehmen — aber richtig] / RSPCA (Großbritannien) (abgerufen am 2026-09-30) Link
- Feeding your rabbits [Kaninchen füttern] / PDSA (People's Dispensary for Sick Animals, Großbritannien) (abgerufen am 2026-09-30) Link
- Celebrating International Rabbit Day: Advocating for Our Furry Friends [Der internationale Kaninchentag] / rabbit.org (Informationsseite zur Kaninchenhaltung, USA) (abgerufen am 2026-09-30) Link
- Merkblatt Nr. 157: Kaninchen (Heimtierhaltung) / Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT), Stand September 2019 (abgerufen am 2026-09-30) Link
- Cardboard Safety for Rabbits: Expert Vet Advice [Karton und Kaninchen: tierärztlicher Rat] / Rabbit Welfare Association & Fund (RWAF, Großbritannien) (abgerufen am 2026-10-02) Link